Das Pauluskolleg hat eine neue Doppelspitze. Anna Mühlberger und Michaela Welling haben als Direktorinnen die Hausleitung übernommen und treten damit die Nachfolge von Benedetta Michelini an, die im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Gemeinsam mit Spiritual Pascal Obermeier bilden sie das Leitungsteam des Pauluskollegs – der Wohn- und Ausbildungsstätte für Studierende der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW, Paderborn.

  „Die Bandbreite der Studierenden ist eine Herausforderung und zugleich ein Reichtum, an dem wir wachsen. Wir lernen, war für eine Weite der katholische Glauben haben kann“, freuen sich Anna Mühlberger und Michaela Welling auf ihre neue Aufgabe, die ihnen zum 1. September 2019 durch das Erzbistum Paderborn übertragen wurde. „Wir haben Vertrauen in den Geist und zu den Menschen.“ Ein Vertrauen, das bei den Studierenden, denen das Pauluskolleg in besonderer Form anvertraut wird, auf große Resonanz stößt. (Meditationsraum, Foto: Ronald Pfaff)  
Was ist das Pauluskolleg?
Das Pauluskolleg ist mehr als ein gewöhnliches Studentenwohnheim. In ihm wohnen die Studierenden der Religionspädagogik während der ersten beiden Semester ihres Studiums an der KatHO. Drei Schwerpunkte gehören zu diesem Jahr in der Gemeinschaft: die Persönlichkeitsbildung, die Sozialkompetenz und die Förderung der eigenen Spiritualität. Neben den Zimmern gibt es im Haus viele Räume, die die Gemeinschaft fördern. Der Paulustreff ist der Ort, an dem sich einmal die Woche die ganze Gemeinschaft trifft, um alles Wichtige rund um das Leben im Haus zu besprechen. Der Speisesaal ist Treffpunkt zum täglichen gemeinsamen Mittagessen und der Pub lädt, je nachdem, was ansteht, zu gemütlichen Stunden oder ausgelassenen Partys der verschiedenen Semester ein.

Wer bewohnt das Haus?
Studierende und auch Stipendiaten aus 13 Bistümern finden hier einen Platz. Sie haben entweder eine feste Wohnung oder bewohnen flexibel nur tageweise ihr Zimmer. 50 Belegungen wären möglich. Junge Frauen und Männer aus vier Kontinenten sind derzeit im Pauluskolleg vertreten, das seit 2001 an der Husener Straße 43 beheimatet ist.

Gibt es Änderungen mit der neuen Leitung?
Die Generalvikariate in den nordwestostdeutschen Bistümern haben eine neue vorläufige Rahmenordnung in Kraft gesetzt, die das Haus nicht nur für Studierende der Religionspädagogik im ersten Studienjahr der KatHO, sondern auch für andere Theologiestudenten und –studentinnen öffnet. „Das wäre eine neue Gemeinsamkeit, die wir als Hausleitung prüfen und als Konzept entwickeln werden“, so Anna Mühlberger.

Welches Leitmotiv trägt die Studierenden?
Leben – Glauben – Lernen. Dieses Leitmotiv tragen die Studierenden auch an einem Handbändchen. „Es fasst in Kurzform zusammen, was hier im Haus passiert“, erläutert Michaela Welling.

Was sind die Werte des Pauluskollegs?
„Für die Studierenden ist das Haus wichtig zur Bildung, für die Gemeinschaft und den Alltag. Es ist für alle eine gute Kontaktmöglichkeit“, fassen Mühlberger und Welling zusammen. Der Paulus-Abend am Dienstag für das Semester im Haus hat unterschiedliche Themen. Dabei werden die Studierenden in die Mitverantwortung genommen, auch als eine Vorarbeit für die spätere Gemeindearbeit. Die Heilige Messe am Donnerstag liegt in der Verantwortung der höheren Semester, die hier eigene Themen setzen. Die Hausleitung steht aber gern für eine Beratung bereit.

Wie findet die Idee des Pauluskollegs Zugang zu den Studierenden?
Zum einen gibt es die Einführungstage Ende September. In der gemeinsamen Woche in einem Bildungshaus wird die Gemeinschaft geprägt und sich dem Heiligen Paulus angenähert. Zugleich werden Ziele und Vereinbarungen für das Studienjahr festgelegt. Die zweite Säule sind pastorale Fahrten wie der Besuch einer Kirche in einer Großstadt wie Frankfurt oder der Fazenda da Esperança – Hof der Hoffnung.

Gibt es auch Angebote im Haus?
Im Pauluskolleg bieten drei professionelle Stimmbilder Unterricht für Gesang und Sprache an. Die Studierenden meldeten zurück, dass sich dadurch bei ihnen etwas entwickelt habe und Auftreten und Selbstbewusstsein gestärkt worden seien, gibt Anna Mühlberger ihre Eindrücke wieder. Teilnehmende der höheren Semester geben auch Gitarrenkurse. Mit Kooperationspartnern wie den Klöstern Herstelle oder Königsmünster und auch im Pauluskolleg selbst werden spirituelle Angebote gemacht. Der theologische Stammtisch in Paderborn oder der jährliche Kundschafter-Tag stehen den Studierenden ebenfalls frei.

Was bietet das Gebäude an der Husener Straße?
Neben den Zimmern, die rund 50 Gästen einen Platz bieten, gibt es einen großen Speisesaal, in dem alle Bewohner regelmäßig zusammen kommen. Hauskapelle, Paulus-Treff, Bibliothek, Konferenz- und Tagungsräume, Meditationsraum, Gesprächsräume für geistliche Begleitung oder Supervision vervollständigen das Raumangebot.

„Mein Ziel ist es, mit und für die Studierenden das Pauluskolleg als Lebens- und Glaubensort weiter zu entwickeln, um sich auch in den Umbruchzeiten der Kirche den Herausforderungen stellen zu können“, so Michaela Welling (44), die bis August Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Dellbrück-Hövelhof war. Sie wohnt in Kaunitz, ist verheiratet und hat einen Sohn. (Michaela Welling, Foto: Ronald Pfaff)  
  „Das Pauluskolleg sollte ein Ort sein, wo alle Themen des Lebens einen Platz haben. Ich möchte mit den Studierenden ein zeitgemäßes Konzept gehen, dass der Entwicklung und dem Glaubensleben der Studierenden dient“, setzt sich die 29-jährige Anna Mühlberger die Ziele. Seit 2016 ist sie bereits Referentin am Pauluskolleg, hat zugleich aber auch eine halbe Stelle als Gemeindereferentin im Pastoralverbund Borgentreicher Land. (Anna Mühlberger, Foto: Ronald Pfaff)


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